Unter SEO URLs versteht man für Suchmaschinen optimierte Webadressen. Sie werden in Länge, Struktur und Wortbestandteilen so angepasst, dass sowohl Suchmaschinen als auch menschliche Betrachter davon profitieren.

Grundlagen

Grundsätzlich ist jede Seite über eine individuelle URL zu erreichen. In der Suchmaschinenoptimierung zählen Webadressen zu den Onpage-Faktoren, sie sind für Google & CO. ein wichtiger Rankingfaktor. Sie zu optimieren gehört zu den Kernaufgaben beim SEO. Dabei ist zu unterscheiden zwischen neuen Webprojekten und bereits bestehenden Seiten. Während bei einem neuen Projekt von Anfang an eine ideale URL-Struktur umgesetzt werden kann, ist die nachträgliche Anpassung wesentlich komplizierter und mit einem gewissen Risiko behaftet.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten von URLs:

Dynamische URLs

Bei dynamischen Webadressen wird die URL über Parameter generiert. Eine Anfrage durch einen User erzeugt dabei die URL, je nachdem welche Inhalte abgefragt werden, wir so die Adresse zusammengestellt. Die Parameter sind dabei meist hinter einem Fragezeichen platziert. Mehrere Parameter können durch das Zeichen & verknüpft werden

https://www.vabelhavt.at/site.php?categoryid=5&language=de

Diese Art der URL-Generierung birgt eine Reihe von Nachteilen:

  • die Gefahr, dass Inhalte unter verschiedenen Adressen erreichbar sind. Von Google wird dies im schlimmsten Fall als Duplicate Content gewertet.
  • meist ist das gewünschte Keyword nicht in der URL enthalten.
  • die Webadresse ist für den User nicht nachvollziehbar, man spricht von einer schlechten User Experience (UX).
  • die Adresse ist für den User kaum im Gedächtnis zu behalten.
  • die Darstellung im Snippet der SERPs wirkt für potentielle Besucher nicht verständlich. Die Folge ist eine schlechtere Click Through Rate (CTR).

Statische URLs

Bei statischen URLs wird die Adresse bei der Erstellung der Seite generiert und fortan in der Regel nicht mehr verändert. Jede Seite verfügt so über eine konstant gleichbleibende, einzigartige Webadresse.

https://www.vabelhavt.at/google/updates/panda

Die Vorteile Statischer URLs:

  • die Seite ist permanent unter der gleichen Adresse zu erreichen.
  • das Keyword kann in der Webadresse platziert werden.
  • Duplicate Content wird vermieden.
  • die Struktur ermöglicht dem User eine Orientierung über die Navigation auf der Seite (verschieden Kategorien bzw. Unterkategorien).
  • Informationen über den Inhalt der Seite sind in der Adresse enthalten.
  • über die Informationen im Link kann bei direkter Verlinkung (ohne Anchor Text) eine höhere Klickrate erzielt werden.
  • die Seite ist für User leichter zu merken.

SEO URLs: Best Practices

Wie in vielen Bereichen der Suchmaschinenoptimierung wird das Thema SEO URLs heute primär aus der Sicht des Users betrachtet. Daraus ergibt sich, dass statische URLs dynamischen vorzuziehen sind. In diesem Zusammenhang ist die Rede von einer sprechenden URL. Dabei wird eine Adresse frei von technischen Kürzeln und kryptischen IDs angestrebt. Der Hintergedanke dabei: der User kann die URL schnell erfassen, er bezieht bereits erste Informationen über den Inhalt der Seite und kann über die Verzeichnisstruktur in der URL navigieren.

https://www.vabelhavt.at/seo/google/updates/rankbrain

In diesem Beispiel ist für den User klar ersichtlich, dass er sich auf der Seite zum Thema Rankbrain befindet. Die logischen Unterverzeichnisse ermöglichen eine Navigation, durch das Entfernen der URL-Segmente kann der Website-Besucher problemlos auf das vorige Verzeichnis zugreifen. Die URL enhält keinerlei technische Komponenten, selbst die Dateiendung .html wird nicht mehr angezeigt.

Keywords in URLs

Grundsätzlich gilt die Platzierung des Keywords der jeweiligen Seite in der URL als Pflicht für SEOs. Suchmaschinen erkennen so bereits über die URL welche Inhalte auf der Seite anzutreffen sind. Allerdings ist die Wirkung der Keywords in der Webadresse heute nicht mehr unumstritten. Google versucht, leicht zu beeinflussende Rankingfaktoren in ihrer Bedeutung zu beschränken. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Content der Seite. In jedem Fall aber sollten das Keyword in der URL und der Inhalt der Seite thematisch übereinstimmen.
Wer bisher zwar über guten Content nicht aber über keyword-optimierte URLs verfügt, sollte laut Googles John Müller nicht mehr um jeden Preis versuchen, Keywords in der URL unterzubringen.

Tipps für die optimale URL

Gerade bei neuen Projekten lohnt es sich, die Seitenadressen von Beginn an suchmaschinenoptimiert und „User Friendly“ zu gestalten. Folgende Punkte helfen die perfekte URL zu kreieren:

  • statische URLs verwenden.
  • diese sollten anhand der Verzeichnisstruktur generiert werden.
  • Verzeichnisse sollte logisch und hierarchisch strukturiert sein: /maennerkleidung/hosen/bermudashorts
  • sprechende URLs helfen dem User beim Erfassen der Inhalte
  • die Länge der URL: so lang wie nötig, so kurz wie möglich.
  • Keywordstuffing sollte vermieden werden. Das Hauptkeyword der Seite sollte aber enthalten sein.
  • Füllwörter sollten vermieden werden.
  • Wörter in der URL sollten per Minus (-) getrennt werden.
  • die Adresse sollte in Kleinschreibung verfasst sein.

FAZIT

Die URL einer Seite gehört zu den wichtigsten Onpage-Faktoren im SEO. Ob im Snippet der Suchergebnisse oder im Kopf des Users, gut strukturierte und leicht zu erfassende SEO URLs werden sowohl von Mensch als auch Maschine bevorzugt.

VIDEO: John Müller im Google Hangouts über Keywords in der URL als Rankingfaktor (ab min. 17:50h)

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