Als Relaunch (Wiedereinführung) bezeichnet man je nach Branche die Neugestaltung einer Website, eines Produkts, einer Marke oder auch eines Logos. Meist geht es dabei um bedeutende Änderungen an Funktionalität oder Design. Handelt es sich um ein neues Produkt oder eine Website, spricht man bei der Produkt- oder Markteinführung hingegen vom sogenannten Launch.

Der Relaunch und seine Bedeutung

Die Gründe für einen Relaunch sind unterschiedlicher Natur. Meist ist in der letzten Phase des Lebenszyklus eines Produkts ein Absatz-Rückgang zu beobachten. Um diesem entgegenzuwirken, kann es sinnvoll sein, verschiedene Aspekte des Produkts zu hinterfragen und entsprechend zu überarbeiten. Veränderte Kundenwünsche, neue Designtrends oder Druck durch die Konkurrenz können Auslöser für einen Relaunch sein. Dabei wird meist durch einen Produktmanager analysiert, ob und warum Gründe für eine Neugestaltung vorhanden sind. Durch gezielte Marktforschung und Beobachtung des Kundenverhaltens können im Zuge der Neuausrichtung idealerweise neue Zielgruppen erschlossen werden.

Gefahren beim Neustart

Während die Möglichkeiten eines Relaunchs im ersten Moment verlockend erscheinen (moderneres Auftreten, Neukundengewinnung), kann ein solches Projekt auch äußerst negative Auswirkungen haben. Ein Problem: der Mensch als Gewohnheitstier. Gerade bei einem Webseitenrelaunch ist die Gefahr hoch, dass bisherige Nutzer mit den Veränderungen nicht zurechtkommen. Das gewohnte Design wurde verändert, Funktionen sind möglicherweise anders zu verwenden. Als Beispiel für einen solchen missglückten Relaunch wird oft die Neugestaltung der Website der deutschen Kaufhauskette Karstadt im Jahr 2013 genannt. Die Seite musste innerhalb kürzester Zeit einen Rückgang der Online-Sichtbarkeit um 2/3 des bisherigen Werts hinnehmen. Schnell wurde der Verlust von Stammnutzern, die sich in der neuen Navigation nicht zurechtfanden, als einer der Gründe identifiziert. Um etablierte Nutzer nicht zu verlieren, gilt es daher Änderungen behutsam vorzunehmen. Bei einem Logo-Relaunch heißt dies beispielsweise, das Design nur einem Maße zu verändern, bei dem ein verlässlicher Wiedererkennungswert gegeben ist.

Der Website Relaunch

Im Internet wird der Begriff Relaunch meist im Zusammenhang mit der Neugestaltung einer Website verwendet. Technische Neuerungen (z.B. neue Webstandards), Veränderungen im Userverhalten und immer neue Designtrends führen dazu, dass gerade am Internetauftritt laufend Anpassungen notwendig sind. Je nach Veränderung kann ein Website-Relaunch zu einem anspruchsvollen Projekt ausarten, nicht selten wird dies auch von größeren Unternehmen unterschätzt. Folgende Szenarien sind einzeln oder als Bündel Teil eines Webseiten-Relaunchs:
  • Redesign: vor allem im Internet ist Design ständig neuen Trends unterworfen. Um weiterhin modern aufzutreten, sind Änderungen am Design einer der häufigsten Relaunch-Gründe.
  • Funktions-Updates: stärkere Konkurrenz oder steigender Bedarf durch den Nutzer machen neue Funktionen oft unabdingbar.
  • CMS-Wechsel: nicht selten wird im Zuge des Unternehmenswachstums erkannt, dass das bisher verwendete Content Management System den Ansprüchen nicht mehr genügt.
  • Usability-Update: Nutzergewohnheiten verändern sich, oder es wird durch den Produktmanager festgestellt, dass die Usability einer Seite grundsätzlich mangelhaft ist.
Welche Gründe für einen Relaunch auch vorliegen: ausführliche Analyse, Planung und die Wahl des richtigen Partners sind entscheidend für den Erfolg eines solchen Projekts. Nach erfolgtem Neustart sollten zudem die wichtigsten KPIs (Key Performance Indicators) im Auge behalten werden. Sie geben letztlich Aufschluss über den Erfolg des Projekts.

Website Relaunch und SEO

Bei Veränderungen an der Website sollte in jedem Fall ein Experte für Suchmaschinenoptimierung zu Rate gezogen werden. Unbedachte Änderungen (vor allem an der URL-Struktur) können drastische Auswirkungen auf das Ranking der Website haben – oft verbunden mit entsprechenden Einbrüchen bei Besucher- bzw. Umsatzzahlen. Folgende Punkte sollten in jedem Fall im Vorfeld bedacht werden:
  • Planung: Änderungen sollten stets ganzheitlich betrachtet werden, um böse Überraschungen zu vermeiden (z.B.: entspricht das Redesign dem Corporate Design?).
  • URL-Struktur: ändern sich, z.B. durch neue Organisation der Verzeichnisse, die URLs der Seite, muss eine Weiterleitung der alten URLs eingerichtet werden (301-Redirect).
  • Backlinks analysieren: zumindest die wichtigsten Backlinks müssen nach einer URL-Änderung händisch angepasst werden. Dafür sollte man mit dem Webmaster der Quellseite Kontakt aufnehmen, um die URL anzupassen (der 301-Redirect ist hier nur zweite Wahl).
  • Interne Verlinkung: die sinnvolle Verlinkung der Inhalte einer Website untereinander wird oft vernachlässigt. Ein Relaunch bietet die Möglichkeit in diesem wichtigen Bereich nachzubessern.
  • Testing: nach der Umstellung (idealerweise noch vor dem GoLive, in einer Testumgebung) sollte für ausführliche Tests z.B. durch Testpersonen aus der Kundengruppe gesorgt sein.
  • Suchmaschinenmarketing: SEM Kampagnen wie Adwords müssen auf die neuen Gegebenheiten angepasst werden.
  • Monitoring: die Auswirkungen der Änderungen müssen zwingend beobachtet werden. Entsprechende KPIs sollten im Vorfeld definiert sein.

FAZIT

Egal ob Website, Marke oder Produkt – ein Relaunch bietet eine Reihe attraktiver Möglichkeiten. Ob ansprechenderes Design, neue Kundengruppen oder Modernisierung für bestehende Kunden, die Vorteile scheinen zu überwiegen. Dennoch sollten die Gefahren nicht unterschätzt werden. Neu heißt nicht zwangsläufig besser. Entsprechende Planung und Testing schaffen die nötige Sicherheit. VIDEO: Googles Matt Cutts über Limits bei 301-Redirects
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