Unter Redirects oder Weiterleitungen versteht man die automatische Umleitung eines User oder Bots von einer URL zu einer anderen. In der Suchmaschinenoptimierung werden Sie in verschiedenen Situationen eingesetzt und nehmen eine wichtige Funktion im Umgang mit Suchmaschinen ein.

Bedeutung von Redirects in der Suchmaschinenoptimierung

Für Redirects typische Einsatzmöglichkeiten sind der Umzug einer Website auf eine neue Domain oder die Umstrukturierung der Seitenverzeichnisse. Inhalte die früher unter Domain-A zu finden waren, sind nun für den User zunächst unbekannt unter Domain-B abrufbar. Um dem Website-Besucher nun den richtigen Weg zu Weisen, werden server- oder clientseitige Redirects gesetzt. Sie leiten, oft vom User unbemerkt, automatisch auf die neue Zielseite weiter. Ziel ist dabei z.B. die Vermeidung sogenannter 404er, also Fehlerseiten die für eine negative User-Experience (Nutzer-Erfahrung) sorgen. Auch kann so Duplicate Content (DC) vermieden werden. Sowohl 404-Fehlerseiten als auch Duplicate Content werden vom Googlebot registriert und führen zu einer Abwertung im Ranking der Webseite. Entsprechend gehören Weiterleitungen zu den Grundlagen in der Suchmaschinenoptimierung.

Technische Umsetzung von Redirects

Je nach technischen Möglichkeiten gibt verschiedene Arten von Redirects bzw. Weiterleitungen. Bei clientseitigen Weiterleitungen interpretiert der Browser z.B. HTML Meta-Tags um zum neuen Ziel zu gelangen. Bei serverseitigen Umleitungen übernimmt der Server die Abwicklung. Im Folgenden einige typische Umsetzungen von Redirects.

.htaccess Redirect:
Dabei handelt es sich um eine Datei die auf dem Server (Apache) gespeichert ist und alle Informationen über entsprechende Weiterleitungen enthält. Eine schnelle Methode und unter SEOs meist die empfohlene Variante.
PHP-Weiterleitungen:
Sofern es sich beim betroffenen Dokument um eine PHP-Datei handelt, kann der Code für die Umleitung direkt in diese geschrieben werden. Der Code verweist fortan auf das neue Ziel.
JavaScript-Weiterleitungen:
Diese Art des Redirects ist in SEO Kreisen umstritten zumal sie oft für Black Hat SEO (Cloaking) mißbraucht wird. Auch muss für diese Methode JavaScript aktiviert sein.
Meta-Tag Weiterleitungen:
Durch einen Eintrag in den Meta-Tags („refresh“) im Quelltext der Seite kann browserseitig ein Redirect erzwungen werden. Ebenfalls nicht mehr empfehlenswert.

.htaccess Redirect Beispiele

einfache Umleitung:

Redirect /verzeichnisalt/seitealt.html https://www.vabelhavt.at/verzeichnisneu/seiteneu.html

Umleitung aller Seiten ohne www auf www:

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www\.vabelhavt\.at$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ http://www.vabelhavt.at/$1 [L,R=301]

Gründe für Redirects / Weiterleitungen

Verschiedene Szenarien können einen Redirect notwendig machen. Einige sind dabei eher als Feintuning zu verstehen, andere sind für ein gutes Ranking unbedingt notwendig:

  • Domain-Wechsel: wer von Domain-A auf Domain-B übersiedelt, sollte unbedingt für entsprechende Weiterleitungen (idealerweise mittels .htaccess) sorgen.
  • Duplicate-Content: sind Inhalte unter verschiedenen Adressen für den Googlebot erreichbar, sollte ebenfalls eine Weiterleitung erfolgen.
  • Gelöschte Inhalte: sind Inhalte nicht verschoben sondern dauerhaft entfernt, droht der 404. Ein Grund für eine Weiterleitung.
  • Subdomains: ist Content z.B. unter http://deinedomain.com und unter www.deinedomain.com erreichbar, ist Duplicate Content vorprogrammiert. Ein Redirect schafft Abhilfe.

Redirects Status-Codes

301-Weiterleitung

Egal ob mittels PHP oder .htaccess umgesetzt, der Statuscode 301 ist der meist-gebrauchte im Fall eines Redirects. Er teil dem anfragen Client mit, dass der angeforderte Inhalt permanent verschoben wurde (moved permanently). Der Vorteil: Suchmaschinen wissen ab diesem Zeitpunkt, dass die ursprüngliche URL nicht mehr „gültig“ ist. Diese wird aus dem Index entfernt. Für SEO besonders wichtig: Der sogenannte Linkjuice oder Linkpower geht nicht verloren.

302-Weiterleitung

Der Statuscode besagt, dass der angeforderte Inhalt vorübergehend unter einer anderen Adresse erreichbar ist. Diese Methode wurde missbräuchlich für Hijacking missbraucht. Dabei werden fremde Seiten über die 302 Weiterleitung kurzerhand zu eigenen erklärt. Nicht empfehlenswert.

307-Weiterleitung

„Move temporarily“ – ein vorübergehender Redirect. Gilt als Nachfolger der 302 Statuscodes und wird häufig bei Serverwartung eingesetzt. Für Suchmaschinen behält die alte URL ihre Gültigkeit.

Hier findest du weitere Infos zu HTTP-Status Codes

Redirect Checker Tools

FAZIT

Redirects gehören zum SEO Handwerk wie interne Verlinkung oder der Check auf Bad Neighbourhood. Je nach Szenario geht es um kleine Anpassungen oder um massive Projekte. Nicht selten wurde gutes Ranking im Rahmen unorganisierter Domain-Wechsel grundlos vernichtet.
.htaccess und 301-Weiterleitungen sind jedenfalls SEO Basics.

VIDEO: Googles Matt Cutts über 301-Weiterleitungen

Weitere interessante Links zum Thema Redirects: