Von einem Domainwechsel spricht man, wenn sich die Webadresse einer Seite ändert, wo hingegen ein Domainumzug den Wechsel des Providers beschreibt (Providerwechsel). Während letzteres eher lästig ist, kann eine Domainänderung gravierende Auswirkungen auf das Ranking einer Seite haben. Die alte Domain ist womöglich bereits gut verlinkt und in den Rankings von Google und Co. weit oben zu finden, die neue Domain ist hingegen für Suchmaschinen erst mal unbekannt. Für den SEO gibt es einiges zu tun…

Welche Gründe gibt es die Domain zu wechseln?

Ein Domainwechsel kann viele Gründe haben, einige davon können mitunter sehr unangenehm sein. Rechtsstreitigkeiten sind ein häufiger Grund für eine so weitreichende Entscheidung. Oft kommt es auch vor, dass sich der Charakter einer Seite verändert hat. In diesem Fall kann es durchaus sinnvoll sein, den Domainnamen entsprechend des tatsächlichen Contents der Seite neu auszurichten.

Was gilt es beim Domainwechsel zu beachten?

Vereinfacht ausgedrückt, muss man künftigen Besuchern der alten Domain ebenso wie Suchmaschinenbots wie dem Googlebot den Weg zur neuen Heimat der Website zeigen. Eine entsprechender Redirect (Weiterleitung) muss eingerichtet werden.

301 Redirect

Dabei handelt es sich um den HTTP-Statuscode „Moved permanenty“ (zu Deutsch „dauerhaft verschoben“), der im „Location“-Header-Feld die neue Adresse enthält. Crawler bekommen außerdem die Information, dass die alte Adresse nicht länger gültig ist. Der 301-Redirect sollte in die .htaccess geschrieben werden, möglich ist auch die dauerhafte Weiterleitung mittels php im Quellcode anzugeben. Sofern die Struktur der alten Seite ident ist mit jener der Neuen, wird diese Art der Weiterleitung für sämtliche Seiten übernommen. Unterseiten wie www.alte-domain.de/unterseite sind nun unter www.neue-domain.de/unterseite erreichbar. Der Redirect hilft außerdem Duplicate Content zu vermeiden.

Interne Verlinkungen

Glücklich ist, wer über eine interne Verlinkung mit relativen Pfaden verfügt. Hierbei sind keine Änderungen nötig. Wird intern jedoch über absolute Pfade verlinkt, ist also der Domainname in der URL enthalten, müssen die Links geändert werden.

Externe Verlinkungen

Ungleich schwieriger zu bewerkstelligen, aber nicht minder sinnvoll. Wer die Möglichkeit hat, Einfluss auf Backlinks zu nehmen sollte das tun. Gerade bei Link-Partnerschaften (Linktausch) sollte man die neue Domain auf jeden Fall bekannt geben.

Domainwechsel bei Google

Wie üblich liegt auch bei einer Domainänderung der Fokus auf Google, wenn es um direkte Suchmaschinen-Maßnahmen geht. Glücklicherweise bietet der Suchmaschinengigant dafür ein eigenes Tool. Voraussetzung hierfür ist, dass alte UND neue Domain in der Google Search Console im gleichen Konto verifiziert sind. Nun wählt man für die alte Domain den Menüpunkt Adressänderung. Anschließend wählt man die neue Domain aus und beantragt die Adressänderung.

Abruf wie durch Google

Neben der Adressänderung kann in der Google Search Console auch ein erneuter Crawl der Seite angestoßen werden. Hat man nun in Bezug auf den Domain-Wechsel seine Hausaufgaben erledigt, sollte man diese Funktion nutzen. In der Search Console findet man unter dem Menüpunkt Crawling den Unterpunkt „Abruf wie durch Google“. Hier sollte man zumindest die Startseite eingeben um den Crawlvorgang anzustoßen.

XML-Sitemap

Der SEO von Welt nutzt sie sowieso – die XML-Sitemap. Es empfiehlt sich nach einem Domainwechsel die Sitemap in der Search Console neu einzureichen um die Bots von Google zu unterstützen.

Bing und Yahoo

Einstellungen über das Bing Webmaster Tool werden auch für Yahoo übernommen. Wer den (geringen) Aufwand nicht scheut sollte auch hier agieren. Ebenso wie Google bietet das Bing Webmaster Tool unter „Diagnose & Tools“ den Menüpunkt „Siteverschiebung“. Nach der Angabe von Quelle und Ziel ist auch hier der Umzug mit wenigen Klicks bekannt gegeben.

Nach dem Domainwechsel

Ist der Wechsel erstmal vollzogen, beginnt das bange Warten. Innerhalb der nächsten 150 Tage (so die Empfehlung von Google) sollte man die Rankings seiner seiner Seite genau im Auge behalten. Die aufmerksame Auswertung der Crawling Statistik ist Pflicht. Über die Search Console lässt sich auch die Anzahl der indizierten Seiten einsehen, eine deutlich niedrigere Anzahl nach dem Domainwechsel gilt als Alarmsignal. SEO Anbieter wie Sistrix bieten zudem nützliche Tools für die Auswertung der Sichtbarkeit.

Fazit

Ein Domainwechsel ist jedenfalls nicht ohne Risiko. Wer die Notwendigkeit sieht, seine alte Domain aufzugeben, sollte sich im Vorfeld ausgiebig mit den Fallstricken und notwendigen Maßnahmen beschäftigen. Hält man sich an die Spielregeln, sollte man aber nicht allzu viel (Rankingverluste) zu befürchten haben. Und am Ende kann ein Domainwechsel auch voller neuer Chancen stecken.

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