CMS Systeme sind Software-Anwendungen für die Verwaltung und Erstellung von Webinhalten. Die Abkürzung steht dabei für Content-Management-System. Während Websites in der Anfangszeit des Internets oft mit einfachen HTML-Editoren erstellt wurden, haben mit dem Aufkommen komplexerer Inhalte(Content) CMS Systeme die klassische Homepage weitestgehend abgelöst.

Vorteile moderner CMS Systeme

Um den Ansprüchen des sogenannten Web 2.0 gerecht zu werden, müssen Inhalte bzw. deren Erstellung heute komplexen Anforderungen gerecht werden. Egal ob Blog oder Webshop, Content wird heute selten von einer Person erstellt. Der Vorteil von modernen CMS besteht unter anderem in der Möglichkeit, durch mehr oder weniger umfangreiche Rechteverwaltung unterschiedlichen Anwendern (z.B. Autoren) verschiedene Rechte zuzuweisen. Dabei haben die Benutzer in der Regel keine Einsicht in die Rechte des anderen. So können bestimmte User etwa nur Artikel verfassen, während andere über erweiterte Rechte wie Löschen etc. verfügen. Im publizistischen Anwendungsbereich spricht man auch von Redaktionssystemen. Für die Verwaltung von dynamischen Webinhalten setzen die folgenden CMS in der Regel auf das als Open-Source-Version erhältliche Datenbankverwaltungssystem MySQL.  

Gratis ist nicht gleich billig

Die hier vorgestellten CMS Systeme sind in ihrer Grundversion kostenlos – sogenannte Open-Source-Software. Diese wird in der Basisvariante gratis zum Download angeboten. Durch eine meist sehr große Entwickler-Community werden diese Systeme gemeinschaftlich weiterentwickelt. Die Systeme sind oft im Baukastensystem aufgebaut, das bedeutet je nach Verwendungszweck können verschiedene Module installiert werden, um den jeweiligen Anforderungen gerecht zu werden. Ebenso lässt sich durch sogenannte Templates das Erscheinungsbild der Websites (bzw. des Frontends, der für User sichtbare Teil einer Website) anpassen. Dadurch ergeben sich unendlich viele Varianten von Webseiten aus ein und demselben CMS. Die Qualität der Software ist dabei jener von kostenpflichtigen CMS (proprietären Lösungen) oft ebenbürtig.  

Die beliebtesten kostenlosen CMS Systeme 2018 im Vergleich

Obwohl es eine Vielzahl von Content Management Systemen auf dem Markt gibt, dominieren die nun folgenden CMS die Beliebtheits-Rankings weltweit. Und das aus gutem Grund: Anwenderfreundlichkeit, Qualität der Entwickler-Community und Support durch Addons, Plugins und Tutorials sind bei diesen Systemen herausragend. Um Einsteigern die Auswahl zu erleichtern, stellen wir hier die meistgenutzten CMS vor und erläutern die Vor- und Nachteile.  

WordPress – die Nr. 1

Mit einem beeindruckenden weltweiten Marktanteil von ca. 60% gilt WordPress heute als Inbegriff eines modernen CMS. Ursprünglich als Blog-System entwickelt, hat sich WordPress inzwischen zum echten Allrounder gemausert. Egal ob klassisches Blogging oder Publishing von unterschiedlichsten WEB 2.0 Inhalten, durch die Vielzahl an Plugins richtet sich dieses CMS an eine breite Nutzergruppe. Auch die Gestaltung des für den Websitebesucher sichtbaren Teils der Seite ist durch die große Zahl an sogenannten Themes individuell anpassbar.
Wordpress Themes

Auswahl verschiedener WordPress Themes Quelle: wordpress.org

Vor allem CMS-Neulinge profitieren von der vergleichsweise einfachen Installation und der komfortablen Benutzeroberfläche. Auch Nutzerrechte lassen sich einfach einrichten, um mehreren Autoren Zugang zu unterschiedlichen Aufgaben und Bereichen zu ermöglichen. Speziell in der Suchmaschinenoptimierung können auch Anfänger durch populäre SEO-Plugins wie Yoast ohne spezielle Vorkenntnisse ihren Webauftritt suchmaschinenfreundlich gestalten. Natürlich hat auch WordPress Nachteile: durch die immense Verbreitung ist es heute ein beliebtes Ziel von Hackerangriffen. Die dadurch resultierende hohe Update-Frequenz führt häufig zu Kompatibilitäts-Problemen mit den installierten Plugins. Zudem kommt es bei hohen Besucherzahlen zu überdurchschnittlichen Anforderungen an die dahinterstehende Datenbank. Vorteile:
  • Einsteigerfreundlich, einfache Installation.
  • Individuell anpassbar durch diverse Templates und Plugins.
  • SEO-freundlich.
  • Intuitive Benutzeroberfläche.
  • Sehr große (Entwickler-)Community und eine Vielzahl an nützlichen Tutorials.
Nachteile:
  • Durch die hohe Verbreitung beliebtes Hackerziel.
  • Basisversion bietet vergleichsweise wenige Funktionen.
  • Schwache Performance bei hohem Besucheraufkommen.
  • Mit steigender Anzahl an Erweiterungen zunehmend schwierig zu administrieren.
Fazit: Gerade für Neulinge eignet sich WordPress als Einstieg in die Welt der Content Management Systeme. Die Anpassungsmöglichkeiten suchen ihresgleichen, doch mit der Zahl an Erweiterungen steigt auch der Betreuungsaufwand.  

Typo3 – die Alternative für Fortgeschrittene

Für technikbegeisterte Anwender stellt Typo3 eine echte Alternative zu WordPress dar. Das ebenfalls kostenlose Open-Source-CMS erfreut sich in Europa und hier vor allem im deutschsprachigen Raum großer Beliebtheit. Das System bietet bereits in der Grundversion viele Funktionen wie eine umfassende Rechteverwaltung oder Multidomain-Unterstützung. Allerdings erfordert dieser höhere Funktionsumfang ein hohes Maß an Einarbeitungszeit und kann Einsteiger schnell überfordern. Vor allem die komplexe Rechteverwaltung bietet umfassende Möglichkeiten, wirkt aber mit der Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten und Optionen auf den ersten Blick überladen.
Typo3 CMS

Typo3 Backend Quelle: typo3.org

Dank der ebenfalls großen Zahl an Erweiterungen ist das System für unterschiedlichste Anwendungs-Szenarien geeignet. Das reicht von der einfachen Website bis hin zu anspruchsvollen Unternehmensportalen. Deshalb wird Typo3 von manchen Unternehmen gegenüber zu WordPress-Installationen oft bevorzugt. Da das System auch mit hohen Nutzerzahlen gut zurechtkommt, ist es gut skalierbar. Zudem sind Schnittstellen zu CRM- (Customer Relationship Management) bzw. ERP- (Enterprise Resource Planning) Systemen vorhanden. Das ist auch der Grund, warum viele E-Commerce-Unternehmen auf Typo3 setzen. Für kommerzielle Anwender finden sich zudem kompetente Anbieter für Unternehmenslösungen am Markt. Vorteile:
  • Hoher Funktionsumfang bereits in der Grund-Installation.
  • Umfangreiche Erweiterungs-Möglichkeiten.
  • Starke (Entwickler-)Community und gute Tutorials.
  • Mächtige Rechteverwaltung.
  • Multidomain-Unterstützung.
  • Gute Anbindung an ERP- und CRM-Systeme.
  • Umfassend skalierbar, auch für viele Besucher gerüstet.
Nachteile:
  • Komplexes System mit langer Einarbeitungszeit.
  • Hoher Verwaltungsaufwand (komplizierte Updates, Rechteverwaltung).
  • Integration von Plugins erfordert ebenfalls gute Fachkenntnis.
  • Sprechende URLs nur mit RealURL-Extension (knifflige Konfiguration).
Fazit: Dank der engagierten Community und den vielen Erweiterungen ist Typo3 extrem gut skalierbar. Vom Blog (news[tt_news]-Plugin) bis zur umfangreichen Unternehmens-Website ist alles realisierbar. Dieser Umfang kommt jedoch nicht ohne eine entsprechend komplexe Administration aus.  

Joomla! – Templates selbst gemacht?

Ursprünglich aus dem Open-Source-CMS Mambo hervorgegangen, ist Joomla! die Nummer zwei der CMS-Systeme, mit über 2 Millionen Installationen weltweit. Das System ist in der Anwendung WordPress zunächst nicht unähnlich. Jedoch kommt die Grundinstallation bereits mit umfangreicheren Funktionen als der große Bruder daher. Das macht die Anwendung entsprechend komplexer. Durch die bei Joomla! in Komponenten, Module und Plug-Ins unterteilten Erweiterungen ist das CMS vielseitig einsetzbar. Joomla CMS Joomla! Backend Quelle: joomla.org Vor allem Benutzer mit Programmierkenntnissen kommen auf ihre Kosten. Denn Joomla! setzt zur Gänze auf objektbasiertes Software-Design. So können versierte Nutzer eigene Erweiterungen schreiben, ein Umstand, der sich in der aktiven Community widerspiegelt. Eine Besonderheit des CMS ist die Möglichkeit, Templates auf Basis vorgefertigter Inhaltselemente zu erstellen. Entsprechend individuell lässt sich das Erscheinungsbild der eigenen Webseite anpassen. Vorteile:
  • Einfache Installation.
  • Ähnlich benutzerfreundlich wie WordPress.
  • Große Auswahl an Online-Handbüchern.
  • Eigene Erweiterungen lassen sich leicht mit der aktiven Community teilen.
  • Modular erstellbare Templates.
  • SEO-Einstellungen bereits in der Grundinstallation.
Nachteile:
  • Oft bemängelte Rechteverwaltung.
  • Nicht ganz so umfassender Pool an Erweiterungen wie WordPress.
  • Viele Erweiterungen sind anfällig für Hacker-Attacken.
  • Einstellzeit für Beiträge etwas höher, da umständlicher als bei der Konkurrenz.
Fazit: Joomla! wird oft als Mittelweg zwischen WordPress und Typo3 beschrieben. In Bezug auf Komplexität, Funktionsumfang und Ausbaufähigkeit stellt das CMS tatsächlich eine gute Alternative dar. Geeignet für durchschnittlich versierte Anwender mit einem Hang zum Programmieren.  

Drupal – alles für die Community

Das CMS Drupal wird auch als Lego der Content-Management-Systeme bezeichnet. In der Grundinstallation extrem schlank, lässt es sich durch eine Vielzahl an Erweiterungen individuell anpassen. Trotz des vergleichsweise niedrigen Marktanteils von nur ca. 5% verfügt es aktuell über mehr als 30.000 sogenannte Module. Dank einer aktiven Entwickler-Community wächst diese Zahl stetig.
Drupal CMS

Drupal Backend Quelle: drupal.org

Ursprünglich als soziale Plattform zum Informations-Austausch entwickelt, hat Drupal dieses Erbe stetig weiterentwickelt. Entsprechend bietet es bereits in der Grundfunktion Foren oder Weblogs, die sich zum Aufbau aktiver Communities eignen. Dazu verfügt es über eine entsprechende Rechteverwaltung, um die Erstellung user-generierter Inhalte zu steuern. Als Besonderheit bietet Drupal die Möglichkeit, das Backend (die Verwaltungsansicht für Administratoren und Autoren) individuell zu gestalten. Das CMS verfügt über eine Multidomain-Verwaltung und gilt unter Experten als vergleichsweise sicher. Zusammen mit den vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten macht dies das CMS auch für Unternehmen interessant. All dies ist jedoch mit einer für den Anwender höheren Komplexität verbunden. So müssen Erweiterungen umständlich per FTP installiert werden. Vorteile:
  • Schlanke Grundinstallation.
  • Umfangreiche Erweiterungen dank der großen Zahl an Modulen.
  • Vergleichsweise sicher.
  • Spezielle Community-Features.
  • Gute Rechteverwaltung.
  • Gute SEO-Einstellungen in der Basisversion.
Nachteile:
  • Komplexe Handhabung.
  • Kompliziertes Update-Management durch Abhängigkeiten unter den Modulen.
  • Umständliche Modul-Installation.
Fazit: Drupal bietet umfangreiche Möglichkeiten, sowohl für Unternehmen als auch versierte Privatanwender. Vor allem für Community-lastige Websites ist dieses CMS zu empfehlen, bietet es doch schon in der Grund-Installation entsprechende Features.  

Contao – das Open Source CMS der Zukunft?

Contao ist der Underdog unter den CMS. Das System (früher unter dem Namen TypoLight bekannt) verspricht intuitive Bedienbarkeit und setzt den Schwerpunkt auf Barrierefreiheit. Dies soll sicherstellen, dass die Inhalte unabhängig vom Endgerät oder technischen Einschränkungen möglichst uneingeschränkt genutzt werden können. Contao setzt dabei auf XHMTL Strict oder HTML5. Die Inhalte sind standardmäßig mobil-optimiert.
Contao CMS

Contao Rechteverwaltung im Backend Quelle: contao.org

Mit aktuell knapp 2000 Erweiterungen sind ausreichend Möglichkeiten für Anpassungen vorhanden. Zudem sind bereits in der Basisversion umfangreiche Funktionen wie Multisite-Unterstützung oder ein Formulargenerator enthalten. Vor allem für kleine bis mittlere Unternehmen ist das CMS interessant. Es verspricht Planungssicherheit dank spezieller Veröffentlichungszyklen und geregelter Abwärts-Kompatibilität. Zudem stehen diverse E-Commerce-Lösungen auf der Contao-Website zum Download bereit. Auch in puncto Sicherheit weiß das System zu überzeugen und bei größerem Besucher-Aufkommen auf der Website stimmt die Performance ebenfalls. Vorteile:
  • Intuitive Verwaltung.
  • Anpassbares Backend.
  • Leistungsstarke Systemarchitektur.
  • Fokus auf Barrierefreiheit.
  • Planungssicherheit für Unternehmen.
  • Diverse Erweiterungen trotz der vergleichsweise geringen Verbreitung.
  • Hohe Sicherheit.
  • Gute SEO-Funktionen.
Nachteile:
  • Integration neuer Templates ist kompliziert.
  • Bei der Eingabe großer Mengen Content ist die Verarbeitung langsam.
  • Noch vergleichsweise kleine Community.
Fazit: Das noch recht unbekannte CMS Contao bietet vielversprechende Ansätze. Die leistungsfähige Systemarchitektur ist zukunftsfähig und Ansätze wie der Fokus auf Barrierefreiheit sind ein Alleinstellungsmerkmal. Darum ist Contao ein benutzerfreundliches System für Early-Adopter.  

Das beste CMS für SEO

Viele Content-Management-Systeme bieten heute bereits in der Basisversion gute Möglichkeiten für SEO. Allerdings gewinnen in der Suchmaschinenoptimierung zunehmend neue Faktoren an Bedeutung. Dabei steht in der Regel der User bzw. die User-Experience im Vordergrund. Entsprechend gilt es zuallererst, Inhalte zu schaffen, die den User begeistern. Dies sollte mit jedem der hier genannten CMS machbar sein. Dennoch gibt es einige Punkte, die bei der Auswahl des richtigen CMS für SEO zu beachten sind:
  • Performance: schnelle Ladezeiten sind ein Ranking-Faktor.
  • Sprechende URLs: CMS, die noch kryptische URLs erstellen, sollten vermieden werden.
  • Komfortable Content-Erstellung: je einfacher guter Content produziert werden kann, desto besser.
  • Einfache Anpassung von Title und Description: nach wie vor zählen diese beiden Faktoren für das Ranking.
  • Social-Features: geteilte Inhalte sind SEO Gold. Die Funktionen dafür sollten vorhanden sein.
  • Link-Handling: vor allem die interne Verlinkung hat für Suchmaschinen an Bedeutung gewonnen. Verlinkungen sollten entsprechend komfortabel umsetzbar sein.
Auch wenn SEO noch immer in erster Linie vom Fachwissen des Website-Administrators abhängt: für Neueinsteiger eignet sich vor allem WordPress als SEO-konformes CMS. Schon in der Basisversion bietet es gute Einstellungsmöglichkeiten. Aber speziell durch die Installation des Yoast-SEO-Plugins bietet dieses System, vor allem für Laien, umfangreiche Möglichkeiten, die eigene Seite für Suchmaschinen zu optimieren.  

FAZIT

Auf dem Markt der Content-Management-Systeme den Überblick zu behalten, ist alles andere als einfach. Sich dabei an den Nutzerstatistiken zu orientieren ist durchaus sinnvoll. Diese Systeme erfreuen sich nicht ohne Grund derart hoher Beliebtheit. Bei der Auswahl gilt es allerdings, vorab die eigenen Bedürfnisse abzuklären. Ob Unternehmen oder Hobbyadministrator, Regierungsstelle oder Social-Community: die Anforderungen an Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit oder Erweiterungen sind höchst individuell. Hat man darüber Klarheit, findet man auch das passende CMS für einen langfristigen Einsatz.

VIDEO: Googles Matt Cutts über die SEO-Vorteile von WordPress

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