Amazon als Marktplatz bietet enorme Möglichkeiten, doch wer neu ist merkt schnell, der Amazon Marketplace ist auch ein Haifischbecken voll cleverer Konkurrenz. Die Großen fressen die Kleinen, aber es gibt einen Ausweg – Amazon SEO. Längst macht Amazon Google den Rang als Produktsuchmaschine Nr. 1 streitig. Die Folge: Suchmaschinenoptimierung wird auch hier immer wichtiger. Wir erklären welche Rankingfaktoren zählen und wo man am besten ansetzt, um im Ranking ganz oben zu landen.

Amazon und Google – ähnlich aber nicht gleich

Beim Thema Suchmaschinenoptimierung sind die zwei großen des Internets in vielen Bereichen sehr ähnlich, dennoch gibt es einige relevante Unterschiede. Während für Google das Nutzererlebnis im Vordergrund steht, zählt für Amazon vor allem eines – der Verkauf. Nutzer die schnell das richtige Produkt finden und zum Kaufabschluss kommen sind das erklärte Ziel. Und danach richtet sich auch der Suchalgorithmus des Versandhändlers aus Seattle. Wie bei Google soll der Nutzer auch bei Amazon möglichst relevante Suchergebnisse auf seine Suchanfrage vorfinden. Nach welchen Faktoren Amazon diese Relevanz eines Produkts bewertet erklären wir im Folgenden.

Onpage Optimierung auf Amazon

Während Offpage-Amazon-SEO wie z.B. links aus dem Affiliate Programm von Amazon nur indirekt gewertet wird (z.B. mehr Conversions), kommt Onpage-SEO eine besondere Rolle zu.
Um die Suchanfrage eines Users möglichst genau zu interpretieren, zieht der Suchalgorithmus von Amazon verschiedene Informationen heran, die entsprechendes Optimierungspotential bieten. Dabei geht es einerseits darum, das Produkt möglichst genau einer Kategorie zuweisen zu können, zum anderen soll der Käufer ein möglichst ideales Umfeld vorfinden um schnell zum Kaufabschluss zum kommen. Folgenden Faktoren sollte man also besonderes Augenmerk zukommen lassen:

Der Produkttitel

Mit einem Maximum von 200 Zeichen ausgestattet ist der Produkttitel bei Amazon der Ranking-Faktor mit der meisten Power. Wie üblich gilt es möglichst viele und genaue Informationen darin zu verpacken, ohne dabei den Titel mit Keywords voll zustopfen. Sinnvoll sind der Markenname, der Name des Produkts, Verwendungszweck und USP (Unique Selling Proposition). Ein zu kurzer Titel kann sich dabei negativ auf die Klickrate (Click Through Rate, CTR) auswirken.

Das Produktfoto

Belichtung, Perspektive oder Fotolocation, viele Faktoren entscheiden darüber ob unser Unterbewusstsein eine Kaufentscheidung trifft. Klar ist aber, zu kleine Fotos sind zu vermeiden, mindestens 1000 x 1000 Pixel sollte man dem interessierten Besucher schon gönnen (Bilder über 1500 x 1500 px werden automatisch verkleinert). Erst ein vernünftiges Produktbild ermöglicht dem Käufer das Produkt kennen zu lernen und erhöht so die Kaufwahrscheinlichkeit.

Die Bullet Points

Aufzählungspunkte sind ein mächtiges Werkzeug. Denn für ein gutes Ranking müssen alle vom User eingegebenen Keywords auf der Produktseite enthalten sein. Hier bieten die Bullet Points viel Platz, Keyword Spamming ist aber auch hier zu vermeiden. Technische Daten, Synonyme und alle wichtigen Produkteigenschaften sollten eingebaut werden. Ein-Wort-Beschreibungen sollten ebenso vermieden werden wie Beschreibungen in Romanlänge.

Die Produktbeschreibung

Hier gilt es gutes Marketing mit SEO zu verbinden. Die wichtigsten Keywords, verpackt in einer argumentativen oder deskriptiven (sachlich darstellenden) Produktbeschreibung, oder als im Content-Marketing typischem Storytelling. Das kann das Zünglein an der Waage sein für eine positive Conversion.

Suchbegriffe im Amazon Seller Central

Nach einem Update von Amazon sind die „Suchbegriffe“ im Amazon Seller Central wichtiger als je zuvor. Entsprechend gilt es das Potential voll auszuschöpfen. 1000 Zeichen Pro Zeile bieten Platz für verschiedenste Keywords, eine entsprechende Keyword-Recherche ist hier Pflicht. Kommerzielle SEO-Tools wie Sistrix bieten dafür eigene Keywordfinder.

Performance Faktoren auf Amazon

Produkte die sich gut verkaufen haben alles richtig gemacht. Das weiß auch der Versandriese, entsprechend bekommen diese einen Top-Platz im Suchranking. Maßgeblich ist hier die Klickrate und in Folge die Conversion Rate, also der Anteil jener Kunden, die das Produkt nach dem Anklicken auch tatsächlich kaufen. Clickrate und Conversionrate können beeinflusst werden, die folgenden Faktoren sind maßgeblich für den Verkaufserfolg eines Produkts verantwortlich.

  • Der Preis: ein Klassiker im Handel. Nach wie vor ist ein niedriger Preis für viele Käufer DAS Kaufkriterium. Entscheidend ist wie weit man vom Preis der Konkurrenz entfernt ist.
  • Die Lieferkosten: hohe Versandkosten sind, ungeachtet des tatsächlichen Endpreises, ein Hemmschuh für die Kaufwahrscheinlichkeit.
  • Die Lieferbarkeit: lange Wartezeiten sind ein Conversion-Killer. In Zeiten in denen der Kunde Serviceleistungen wie Amazon Prime gewohnt ist, sind lange Wartezeiten ein Nogo.
  • Verkauf und Versand durch Amazon: dieser unscheinbare Zusatz auf der Produktseite kann sich lohnen. FBA (Fulfillment by Amazon) suggeriert dem Kunden Sicherheit und schnellen Versand, die Conversion wird’s freuen. Aber Achtung: billig ist dieser Service nicht.
  • Die Händlerbewertung: wer es sich mit den Kunden verscherzt hat bekommt das schnell zu spüren. Eine schlechte Händlerbewertung bedeutet ein negatives Nutzererlebnis, und das mögen die Algorithmen von Amazon gar nicht.
  • Die Produktbewertung: hochwertige Nutzerrezensionen, also jene die von anderen Usern als hilfreich bewertet wurden sind ebenfalls Performance Booster. Und klar ist: Produkte mit der Maximalzahl an Sternen animieren zum anklicken. Ob die Bewertung von einem verifizierten Käufer veröffentlicht wurde ist hingegen irrelevant.
  • Die Retourenquote: Wenn Kunden Produkte retournieren liegt das oft an nicht eingehaltenen Verkaufsversprechen. Da Amazon viele Retouren naturgemäß negativ bewertet gilt es, alle Elemente der Produktbeschreibung möglichst genau zu halten.

Amazon Buy Box Tricks?

Um die Buy Box ranken sich viele Mythen und so mancher SEO Experte meint den entscheidenden Trick für die Aufnahme eines Produkts in dieses Feature zu kennen. Klar ist, dass der Preis ein entscheidendes Kriterium darstellt. Doch welche anderen Faktoren gilt es zu beeinflussen? Kurz gesagt: dieselben die auch ein gutes Ranking zur Folge haben. Denn in beiden Fällen steht für Amazon das Nutzererlebnis im Vordergrund, denn dieses entscheidet letztlich über Kauf oder Bounce (Absprung). Ein konkurrenzfähiger Preis und gutes SEO sind also der beste Weg in die Buy Box.

FAZIT

Wie üblich in der Suchmaschinenoptimierung ergeben viele kleine Bausteine das große Ganze. Wer es in die begehrten ersten drei Suchergebnisse schaffen will (wie bei Googles SERPs nimmt auch bei Amazon ab dem dritten Suchergebnis die Klickrate dramatisch ab), muss seine Hausaufgaben gemacht haben. Auch gilt es am Ball zu bleiben, denn wie den Google Updates nimmt auch Amazon laufend Änderungen am Suchalgorithmus vor, auf die es zu reagieren gilt. Übrigens: Perfekt optimierte Amazon-Seiten schaffen es mitunter auch im Google Ranking ganz nach oben – ordentlich Traffic ist dann garantiert.

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